Are you afraid of dogs? As a real Anarchist, you shouldn’t!
…denn es ist Zeit, dass die Angst die Seiten wechselt – wie man so schön sagt. Oder sollten wir uns doch mal ernsthaft mit unseren eigenen Gefühlen auseinandersetzen?
– Wir sind alle sehr ängstlich (Zine, hier im Original)
– Lasst uns über Angst reden, aber richtig (Zuerst erschienen als: Parlons peur mais parlons bien in Sans détour (journal anarchiste apériodique), Nummer 2, Mai 2019)
– Leben mit meinen Stärken und Schwächen (In der Tat #10)
wir haben “der anhaltende reiz des nationalismus” von fredy perlman (fast) ganz vorgelesen, dazu ein paar samples abgespielt und das ganze mit einem noise-ambient-klangteppich unterlegt. noch fragen?
Der Godzillamythos, der in den 50ern Eingang in die Popkultur fand, zeigt vollkommen eindeutig, dass er eine Metapher für die atomare Bedrohung ist. Der Einstieg (der amerikanischen Version) des Films lässt keine Zweifel wofür Godzilla steht. Über den Bildern von zerstörten Städten und Trümmerhaufen ist die Erzählerstimme zu hören: This is Tokio. Once a city of six million people. What has happened here was caused by a force that up until a few days ago was entirely beyond the scope of man’s imagination. Tokio, a smouldering memorial to the unknown. An unknown which at this very moment still prevails and could at any time lash out with its terrible destruction anywhere else in the world.
Es ist bestimmt nicht notwendig auch noch die Entstehungsgeschichte des Films selbst zu betrachten, der nachgewiesenerweise unter dem Eindruck des Lucky Dragon Incident entstanden ist – einem Zwischenfall, bei dem die Crew des Fischkutters Daigo Fukuryū Maru Opfer des Fallouts der US-Wasserstoffbombentests im Bikini Atoll wurde. Das war 1954, im selben Jahr wie der Release von “Godzilla”.
Auch wenn die Metapher des Riesenmonsters, die das japanische Kaiju-Genre begründet hat, ziemlich offenkundig die (oh so begründete) Angst vor der atomaren Vernichtung widerspiegelt (und schon während des Films selbst in ebenso immer offenkundigere Banalität abschlittert), war es uns wichtig eine durchaus weniger verbreitete Metapher auf die nukleare Bedrohung in diesen Beitrag einzubauten: Den Zombiemythos.
Während Zombies ein Mythos der Voodoo-Kultur sind und seit George A. Romero als Allegorie des Konsumenten im Kapitalismus gelten* (und seit den 2000ern nurmehr Viruskranke darstellen, die im Rahmen der allgemeinen Abflachung für garnichts mehr stehen), ist ihr Zusammenhang mit der atomaren Bedrohung des 20. (und auch des aktuellen) Jahrhunderts weniger verbreitet. Doch es gibt die These, dass die desorientierten Bewegungen von verstrahlten Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki die Filmschaffenden der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert in ihrer Darstellung von Zombies beeinflusst haben.
Aus diesen beiden popkulturellen Mythen haben wir nun also mal wieder eine Wohnzimmersession zusammengebastelt. Diesmal lief sie unter dem prätentiösen (toll, ein Fremdwort mit zwei Umlauten!) und bereits bekannten Arbeitstitel … Godzilla & Zombiemythos: Wie sich die atomare Annihilation in die Popkultur eingebrannt hat
… herausgekommen sind ein Haufen Monstergeschichten mit improvisierten Instrumental-Sounds und Straßengeräuschen, die sich durch die undichten Fenster in die Aufnahme drängen.
Genrehörspiel oder durchdachte Gesellschaftskritik? (Ein Narr, wer lange genug zuhört um die Antwort auf diese Frage zu finden und eine Närrin, wer bis hierher gelesen hat und der Meinung war ausnahmsweise etwas Sinnvolles zu hören zu bekommen…)
lange vermisst und neu beschnitten (har-har) … die 32. kfm-episode vom oktober 2018
von der analyse bis zum orgasmus steigert sich diese ausgabe von kaputt fm. neue stimmen lassen unsere propagandistische orientierung in eine andere richtung gleiten und ein synthie-marathon begleitet düstere worte aus dem osten … es braucht eine ganze crew um diese verzerrungen herbeizuführen.
der erhalt eines STRAFbefehls hat uns zu diesem c0NL7N(e) edit inspiriert: wir haben nun also erkannt, dass wir AZZLAK sind. was wir nun auch All-Zu Zuver-Lässig AKustisch AcKo4n7able (=haftBAR) machen wollen und hoffen, dass dies ÜBER 666 MHz VERBREITUNG findet…
wir werden alle uns zur verfügung stehenden mittel der technologie und rhetorik nutzen um wissenschaftlich zu beweisen, dass die zivilisation und ihre als westliches denken bekannte philosophie HORSE SHIT sind und es sie zu überwinden gilt.
…
und mit “überwinden” meinen wir ihre aktive zerstörung.
(unser hochgeschätztes publikum wird vielleicht inhaltliche überschneidungen mit sendungen erkennen, die bereits in der vergangenheit liegen – zB. outer space and spectacular time … aber das mit der linearen ZEIT gilt es ja auch zu hinterfragen… selbst in einem per se linearen medium…)
der hauptteil unser krachvollen lesung stammt aus “nieder mit der zivilisation!” vom zünd- “heftige reaktion garantiert” -lumpen.
wenn wir uns dem konzept der revolutionären solidarität annähern wollen, müssen wir manchmal bei uns selbst anfangen…
texte aus einigen älteren ausgaben insurrektionalistischer (straßen-) zeitungen, die – wenn schon nicht den bruch, dann zumindest – einen eigenständigen weg vorschlagen.
und aus gegeben anlass: viel hass auf die polizei!!!
gerade zu beginn ist diese episode eine zache partie und reizt die eigendefinition “experimentell” mal wieder bis zum rand des erträglichen aus. und auch wenn wir uns über die anfänglichen lebenszeichen der person im studio in form von offen zur schau gestellter nasenatmung freuen, ist bestimmt niemand böse wenn zu minute 30 vorgespult wird, wo es etwas flüssiger zugeht.
wer allerdings die volle straight outta jail energie mitbekommen möchte, sollte sich die ganze dröhnung gönnen…
heute fast ausschließlich TRÈS ARtsy*…
wäre da nicht die geschichte von diesem lebenden jugendlichen, der unter zombies aufwächst und sich die sinnfrage stellt – in extremo!